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Mein Weg in ein neues, schlankes und gesundes Leben.

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ein neues Leben?

Heute hat sich auf einen Schlag mein ganzes Leben verändert.

Nichts ahnend ging ich zum Briefkasten und da war er, der Brief, der den Beginn meines neuen Lebens eingeläutet hat.

Und ich möchte alles auf dem Weg dorthin festhalten.


Worum es geht?

Ok, ich fang am besten am Anfang an.


Ich bin 33, verlobt, lebe mit meinem Schatz und unserem Hund in einer kleinen Wohnung und ich bin stark adipös, oder auf gut deutsch, ich bin fett. Ja, das bin ich und das mittlerweile seit einigen Jahren.

Ich habe die typische Karriere hingelegt. Zum Abi wog ich ca 90 kg. Meine Mutter hatte jahrelang versucht zu verhindern, dass ich dick wurde, und diese Versuche taten schliesslich ihr übriges.

Ich zog aus und von da an bestimmte Essen mehr und mehr mein Leben.


Ich machte eine Ausbildung und war sehr unglücklich damit. Ich hatte oft Heimweh und genug Probleme auf der Arbeit. Und da ich der Kontrolle meiner Mutter entflohen war, kompensierte ich unglaublich viel mit Essen.

Regelmässige Einkaufstouren fanden statt, volle Einkaufstüten waren am Ende des Tages leer. Und so nahm die Zunahme ihren Lauf. Im Laufe der drei Jahre hab ich irgendwann die 100 kg überschritten, ich kann noch nicht mal sagen wann.


Natürlich gehörten auch damals Diäten immer wieder dazu, doch sie führten selten zu einem Erfolg, im Gegenteil, danach kam natürlich der wohl bekannte Jojoeffekt und schnell war alles wieder drauf und noch viel mehr.


Am Ende der Ausbildung zog ich dann in meine erste eigene Wohnung und dort ging das Schlemmerleben dann ungehindert weiter. Wenn ich heute so drüber nachdenke, ich habe wirklich nur gefressen.

Damals unternahm ich wieder einen Abnehmversuch, ich besuchte einen Ernährungsberatungskurs, damals wog ich schon ganze 120 kg. Es lief eigentlich ganz gut, ich nahm ab, zwar schleppend, aber es lief.

Leider lief es dann aber immer schleppender und während alle um mich herum abnahmen, konnte ich nur frustiert zu sehen. Und als der zweite Kurs beendet war, hatte ich gerade mal 10 kg abgenommen und gab schliesslich wieder entmutigt auf.


Ja, so war es irgendwie immer. Ich fing so voller Zuversicht an, aber mein Körper zollte meinen Bemühungen keinen Tribut und irgendwann gab ich dann wieder auf.


Vor neun Jahren trennte ich mich dann von meinem damaligen Freund. Er konnte nie wirklich mit meinem Übergewicht umgehen und auch unsere Probleme waren oft genug Anlass für Fressorgien. Zum Ende der Beziehung, immerhin nach acht gemeinsamen Jahren, fühlte ich mich ungeliebt, unattraktiv und einsam.

Trotzdem schaffte ich es, mich zu lösen und nach einigen sehr schweren Monaten schaffte ich auch den Weg zurück ins Leben.


Ich traf mich mit Männern, hatte einige One Night Stands und holte mir da die Bestätigung, die ich jahrelang nie bekommen hatte. Und schliesslich war ich wieder bereit für eine Beziehung.


Ich traf meinen Schatz und er traf mich schliesslich mitten ins Herz.


Mit ihm begann ein neues Leben. Ich hatte keine Fressattacken mehr und da er mich immer so nahm, wie ich war, konnte ich offen mit meinem Problem leben. Ich wurde nie in meinem Leben so geliebt wie ich war und es war ein komplett neues Gefühl. Leider half mir das alles trotzdem nicht, mein Gewichtsproblem in den Griff zu bekommen.


Ich wog mittlerweile 130 kg und machte wieder einen der zahlreichen Diätversuche. Da wo ich nie hinwollte, sollte mir schliesslich doch geholfen werden, zumindest kurzfristig. Ich ging mit meiner Freundin zu den Weight Watchers.

Anfangs lief es wie immer wirklich gut. Ich hielt mich an das Punkte-Programm, wir machten zusammen Sport und ich nahm die ersten Kilo ab. Doch nach mehreren Monaten war es wie immer, alle anderen nahmen weiter ab und ich konnte nur deprimiert zu sehen.


Damals recherchierte ich das erste Mal im Internet und stiess schliesslich auf die Adipositas-Chirurgie. Ich nahm mir den Mut und begann mich zu infomieren. Dann machte ich einen Termin bei einem Chirurgen und fuhr voller Hoffnung dorthin.


Der Termin war eine grosse Enttäuschung. Der hochgelobte Arzt hatte scheinbar einen schlechten Tag und das bekam ich deutlich zu spüren. Mir wurde gesagt, was ich tun sollte und schon war ich wieder auf dem Heimweg.

Ich versuchte dann verschiedene Atteste zu bekommen, hatte etliche Termine bei verschiedenen Ärzten.

Bei einer Endokrinologin wurde mir schliesslich gesagt, das mein Stoffwechsel eine Diät nie unterstützen würde, zumindest nie genug, um langfristig genug abzunehmen. Trotzdem stand dann im Attest, dass ich doch erstmal auf eigene Faust abnehmen sollte. Nachdem mehrere Ärzte mehr gegen statt für mich arbeiteten, gab ich entmutigt auf.


Heute weiss ich, ich hätte kämpfen müssen, aber damals zog ich mich wieder komplett in meine dicke Welt zurück und legte den Traum zu den Akten.


Das war vor fünf Jahren.


Im letzten Jahr dann traf mich ein schwerer Schicksalsschlag, der alles veränderte. Ich hatte eine Fehlgeburt.


Und ich wusste, es konnte immer wieder passieren, wenn ich überhaupt Kinder würde austragen können. Diese Tatsache liess mich verzweifeln und dann traf ich eine Entscheidung. Ich wollte es ein zweites Mal versuchen.

Ende des letzten Jahres begann ich dann wieder an meinem Traum zu arbeiten.

Ich machte in einem Krankehaus hier in der Stadt einen Termin.

 

Dieser fand dann Ende Januar diesen Jahres statt und ich ging mit einem mulmigen Gefühl dorthin. Schliesslich war mein letzter Termin in dieser Art eher entmutigend gewesen.

Aber schon die Sekretärin von meinem Adipositas-Chirurgen war so entwaffnend gut gelaunt und nahm mir fast jegliche Angst. Und das Gespräch mit dem Doc lief dann einfach nur gut. Wir waren 2 Stunden bei ihm und besprachen wirklich alles zu dem Thema bis ins kleinste Detail. Er sah, dass ich mich schon gut vorbereitet hatte und so konnten wir uns schnell auf zwei Operationsmethoden konzentrieren, die für mich in Frage kommen würden. Der Magenschlauch und der Magenbypass. Die beiden werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer erklären.

 

Ich wollte von Anfang an immer nur den Magenbypass, weil er meiner Meinung nach die perfekte "Krücke" für mich ist, um abzunehmen. Der Doc sagte aber, das ich mit meinen 159,8 kg und einem BMI von 57 zu schwer sein, und das OP-Risiko noch zu hoch.

Wenn ich aber 9-10kg abnehmen würde, könnten wir noch mal darüber sprechen, ansonsten favorisiere er für mich den Magenschlauch. Ich versprach ihm die erforderliche Kilos abzunehmen, weil ich wirklich den Bypass möchte. Er gab mir dann noch einige andere Aufgaben mit und verwies mich an die Anästhesistin des Hauses, um im Vorfeld schon mal ein Konsil zu verabreden.

 

Das tat ich dann auch und auch von der netten Anästhesistin bekam ich neben einigen Hausaufgaben das Okay für die OP, auch für den Bypass unter den gegebenen Umständen.

 

Ich ging also guten Mutes nach Hause und machte mich dann so gleich daran, den Antrag für die Krankenkasse zu schreiben und die Aufgaben zu erledigen.

 

Am 14. April war es schliesslich soweit, ich schickte den Antrag mitsamt einigen Attesten zu meiner Krankenkasse. In diesem Moment nahm das ganze Vorhaben immer mehr Gestalt an.

 

Schon eine Woche danach bekam ich die erste Post. Ich sollte einen Fragebogen ausfüllen, einige Atteste besorgen und mein Hausarzt sollte ebenfalls einen Fragebogen ausfüllen.

Ich kümmerte mich natürlich sofort darum. Und diesmal spielten alle so wunderbar mit. Meine Ängste von den Jahren zuvor wurden mir nach und nach genommen.

 

Schliesslich konnte ich wieder einen dicken Umschlag an die Krankenkasse schicken.

 

Nach 1-2 Wochen bekam ich dann den Bescheid, dass meine Unterlagen an den medizinischen Dienst der Krankenkassen gegeben wurde. Ich wusste, dass das das Standardprozedere war und rechnete mit einer Einladung zu einem Termin bei diesem MDK.

 

Heute dann ging ich, wie jeden Tag mittags zum Briefkasten, der leer war. Passiert, also dachte ich mir nichts dabei. Eben kam ich dann ein weiteres Mal am Briefkasten vorbei und siehe da, es war Post drin. Als ich den Brief der Krankenkasse sah, dachte ich mir nichts dabei. Ich rechnete ja mit einer Einladung.

 

Ich öffnete den Brief und musste ihn zweimal lesen, um zu begreifen, was da stand

 

"Gern übernehmen wir die Kosten für ihre bariatrische Operation im Rahmen einer stationären Behandlung in einem Vertragskrankenhaus."

 

Ich war wie erstarrt, dann stürmte ich ins Wohnzimmer und schrie nur zu meinem Schatz auf dem Balkon "Komm rein, komm sofort rein." Er dachte natürlich, wer weiss was wäre passiert und stürzte herein. Und ich stammelte nur "Ich hab sie, Schatz, ich hab sie...die Zusage..." Ich brach sofort in Tränen aus. Damit hatte ich nie gerechnet. Wie auch, das wäre doch viel zu einfach gewesen. Aber ich hatte sie tatsächlich in der Hand. Die Kostenzusage für meine Magenoperation. Drei Monate nach dem ich den Antrag abgeschickt hatte, kam die Zusage, unfassbar.

 

Wenn ich an die vielen Horrorgeschichten denke, soviele mussten ewig warten und bekamen dann doch Absagen. Mussten mit Anwälten kämpfen und sogar vor Gericht und ich, ich sollte wirklich einmal Glück im Leben haben?

 

Ich kann es auch heute noch nicht wirklich fassen. Der Beginn meines neuen Lebens ist so nah.

 

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R
<br /> hey süsse, das hast du super geschrieben. ich weiss wie du dich gefühlt hast..gings mir doch zur selben zeit ziemlich ähnlich;) aber wir haben ihn gekriegt...wir beide!!!!! *bigsmile*<br /> knuddelschmatz hab dich lieb.<br /> <br /> <br />
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M
<br /> We are so proud of u baby<br /> <br /> <br />
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