Mein Weg in ein neues, schlankes und gesundes Leben.
Seit ich weiss, dass ich die lang ersehnte OP bekomme, rasen meine Gedanken. Ich komme kaum zur Ruhe, weil mir soviel im Kopf rum geht. Das ganze wird immer fassbarer und das erste Mal traue ich mich wirklich, mir vorzustellen, was auf mich zu kommt.
Bis zur OP hab ich noch einiges vor mir. Nächste Woche muss ich erstmal zur Magenspiegelung. Kenn ich, daher ist das schon ok. Ich hoffe nur, die schiessen mich diesmal besser ab, beim letzten Mal kann ich mich dran erinnern, dass ich mich sehr gewehrt hab und die mich festhalten mussten.
Dann muss ich noch mal zur Blutabnahme und noch ein Ultraschall meiner Schilddrüse machen lassen. Zum Glück hab ich das meiste schon machen lassen.
Das wichtigste aber ist, dass ich noch mindestens 3 Kilo abnehmen muss, damit ich auch wirklich den Bypass bekomme. Das ist also mein grosses Ziel. Und seit ich weiss, dass die OP nahe ist, drehen sich meine Gedanken wieder so um's Essen. In solchen Momenten spüre ich wieder sehr, das ich wirklich krank bin, fettsüchtig. Sonst im normalen Alltag war das lange anders, Essen spielte nicht mehr die grosse Rolle, aber seit ich mich um die OP bemühe, ist das wieder anders.
Es gibt natürlich noch einiges, was ich gerne essen würde, bevor ich es für lange Zeit nicht mehr kann. Aber da ich abnehmen muss, hab ich die Liste gekürzt. Mal sehen, ob ich noch dazu komme.
Meine Möchte-ich-vor-der-OP-noch-mal-essen-Liste:
Sushi
ein Windbeutel (das möchte ich schon seit vielen Jahren)
Marzipan, und zwar so richtig gutes
eine kleine Portion Häagan Dasz Eis
chinesisch (gebratene Nudeln mit Hummerkrabben o.ä.)
Da ich noch ca einen Monat bis zur OP habe, hoffe ich, dass sich diese Liste mit meinen Abnehmplänen vereinbaren lässt. Vielleicht handhabe ich es nach dem Weight Watchers Prinzip und werde an den Tagen auf anderes verzichten, oder diese Dinge für mehrere Tage einplanen, dass es nicht so reinhaut.
Eigentlich albern, dass mich dass so beschäftigt. Ich möchte doch, dass sich mein Leben ändert, dass ich endlich abnehme. Dann sollte mir sowas doch egal sein. Aber Essen hat nun mal lange eine wichtige Rolle gespielt. Und ich weiss, dass ich mindestens die ersten sechs Monate nach der OP vieles gar nicht mehr essen kann. Manches sogar gar nicht mehr.
Und ich war immer eine Geniesserin, das werde ich auch nach der OP sein. Mit dem Unterschied, dass mich mein Körper dann disziplinieren wird. Und genau das brauche und will ich.
Ein Glück ist, dass ich schon länger in einem Forum zu diesen Themen bin, wo ich von den Erfahrungen bereits operierter provitieren kann. Und heute noch hab ich gelesen, was viele vor ihrer OP gemacht haben, nämlich genau das, was ich eben erzählt habe. Die meisten essen noch mal ihr Lieblingsessen. Und berichten dann später, dass Essen nach der OP immer unwichtiger wird. Das ist ja schliesslich der Sinn der OP.
Ansonsten hab ich mir schon mal eine Liste mit Dingen erstellt, die ich mit ins Krankenhaus nehmen sollte. Das ist so ein komisches Gefühl, dass ich jetzt wirklich plane. Ich hab schon Klamotten bestellt. Und in Gedanken hab ich schon meine Sachen gepackt.
Als ich die Sachen rausgesucht hab, kam mir der Gedanke, dass sie mir nicht mehr lange passen werden. Dass sie mir bald zu weit sein werden. Zu weit!!!!! Wahnsinn, oder? Ich werde abnehmen, endlich wirklich abnehmen.
Wie gerne würde ich in die Zukunft sehen können. Wie werde ich aussehen? Ich bin so gespannt, wie sich mein Gesicht verändern wird. Am Gesicht sieht man Abnahme ja sehr schnell. Ich freu mich so, wenn mein Doppelkinn kleiner wird und ich endlich wieder mein Gesicht habe.
Natürlich drehen sich meine Gedanken auch um die Veränderungen des gesamten Körpers. Ich weiss natürlich, dass meine Haut nicht mitkommen wird. Sie wird schrecklich hängen und ich werde sicher eine Fettschürze am Bauch haben. Aber mal ehrlich, was ist schlimmer? Und ich weiss ja, dass ich irgendwann die sogenannten Wiederherstellungs-OPs machen lassen muss, wo die überschüssige Haut weggeschnitten und die Haut dann gestrafft wird.
Und für ein schlankes, gesundes Leben nehme ich das doch gerne in Kauf. Ich mache mir einfach nichts vor, es wird kein Spaziergang, aber es wird trotzdem toll.
Schlank! Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein wird, schlanker zu sein. Es ist zu lange her. Und ausserdem habe ich mich ja schon dick und fett gefühlt, als ich es eigentlich noch gar nicht war.
Es gibt ein Urlaubsvideo, da war ich süsse 15. Ich war ein hübsches, frauliches, junges Mädchen. Klar gab es die Ansätze von Problemzonen, aber wäre ich so geblieben, wäre alles ok gewesen. Ich muss damals um die 65-70 kg gewogen haben. Für mich heute ein Traumgewicht, da wo ich mal hin möchte. Aber damals sagte man mir, ich sei dick. Und so fühlte ich mich auch.
Ich stelle mir schon länger vor, wie es sein wird, wenn ich mit meinem Hund draussen bin und dann die ersten Blicke spüre, denen man ansieht, dass sie merken, dass ich abgenommen habe. Mal abgesehen, wenn dann mal jemand was sagt. Das werden dann kleine Belohnungen für die Mühe sein.
Oder wenn ich mir neue Kleidung in kleineren Grössen kaufen kann. Ich freu mich schon so drauf, wenn ich wieder in normalen Läden einkaufen gehen kann. Und vor allem schöne Sachen, wo ich nicht drauf achten muss, dass sie weit genug sind und genug verstecken.
Ich sollte wirklich nicht zu weit in die Zukunft schweifen. Erstmal muss ich die Gegenwart bewältigen. Und dann kann es langsam voran gehen. Voran in meine neue, glückliche Zukunft.