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Mein Weg in ein neues, schlankes und gesundes Leben.

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Mein OP-Bericht Teil 3 – nach der OP

Die 14jährige Blinddarmpatientin war noch da und hatte mein Fehlen ausgenutzt und sich mit Schulfreunden zu meiner Seite hin ziemlich ausgebreitet. Ich bekam nur mit, dass die Schwester schimpfte und erst mal weggeräumt werden musste. Mein Komödchen hatten sie dann auch in Beschlag genommen und auch dass musste dann erst mal geräumt werden.

Ich bekam davon nur am Rand was mit, so sind sie eben, die Teenies.

 

Auf dem dritten Platz hörte ich dann nur ein lautes Schnarchen. Da lag eine 93jährige im Tiefschlaf. Entsetzt erwartete ich schon unruhige Ohropax-Nächte, konnte ich da noch nicht ahnen, wie sehr mir die alte Dame noch ans Herz wachsen würde. Als mein Schatz sich schließlich verabschiedete, verbrachte ich diesen Tag vor allem mit schlafen. Die Schmerzmittel machten mich sehr müde.

 

Auch auf der B1 fühlte ich mich, genau wie auf Intensiv sofort gut aufgehoben. Mir wurde immer prompt geholfen, wenn was war und für ein liebes Wort war immer Zeit.

 

 

Mittwoch, 15.09.2010

 

Langsam fiel auf, dass ich immer noch so starke Schmerzen hatte, die eigentlich nicht mehr so sein sollten. Wie auch an den Vortagen, kam mein Doc morgens schon nach mir gucken und veranlasste schließlich das Schluckröntgen, um so zumindest sicher zu gehen, dass  alles dicht ist.

Ein anderer Arzt versprach mir dann, dass er dann noch später einen Ultraschall machen wolle, um zu sehen, wovon die Schmerzen kommen.

Ich fand es so beruhigend, wie viel Präsenz die Ärzte zeigten. Immer wieder wurde nach mir geguckt. Erst später erfuhr ich, dass sie sich große Sorgen machten. Ein Glück, dass ich das selber nicht so mitbekommen hab.

 

Also ging es am Vormittag zum Schluckröntgen, wo dann zumindest schon mal einigermaßen sicher war „es ist alles dicht“. Da war ich echt erleichtert, man kennt die Geschichten ja.

Beim Ultraschall war dann auch alles in Ordnung. Es war „nur“ ein „Hämatom“ an der Stelle der größten Naht, da wo auch am meisten gemacht wurde. Außerdem war das auch die Stelle, wo später beim nähen die Bauchdecke sehr zusammen gerafft werden musste, und so ziepten auch die Muskeln wahrscheinlich noch.

 

Große Erleichterung, es war alles in Ordnung, was mein Magen anging. Nur leider kann man gegen solche Blutergüsse nichts machen, ich würde es aussitzen müssen.

Zumindest konnte ich aber die Schmerzpumpe gegen Novalgintropfen austauschen, um endlich mal wacher zu werden.

 

Mittags kamen dann mein Schatz, meine Eltern und meine Schwester mit meinem Neffen. Das war genau die Aufmunterung, die ich brauchte. Vor allem mein 1jähriger Neffe hat gute Laune verbreitet. Als mein Schatz, mein Vater, meine Schwester und mein Neffe in der Cafeteria dann essen gingen, ging plötzlich die Tür auf und es standen 5 junge Chirurgen um mein Bett herum. Meine Mutter hat auch groß geguckt. Ich kann Euch sagen, das waren Leckerchen.

Sie meinten dann, es hätte sich herum gesprochen, dass ich ziemlich schlechte Venen hätte und sie müssten leider Blut abnehmen. Ich bekam schon große Augen. Nicht schon wieder.

Einer der jungen Chirurgen machte mir dann aber Mut und zack es lief beim ersten Versuch. Ich sagte ihm dann, dass ich ihn ab sofort für's Blut abnehmen buchen würde. Er meinte, wenn er Zeit hätte, würde er das auf jeden Fall tun.

 

Nach diesen netten jungen Männern war der Tag doch gerettet. Auch meine Mutter meinte grinsend, es gäbe doch wirklich nette Ärzte hier. Da konnte ich ihr nur zustimmen. Ich dachte nur, die will ich in einem Jahr noch mal treffen.

 

Nachdem mein Besuch dann wieder weg war, machte ich dann meine ersten Ausflüge alleine auf die Toilette. Das Kontrastmittel vom Schluckröntgen, was übrigens wirklich so ekelig schmeckt, wie die meisten hier schreiben, hatte bei mir böse Blähungen verursacht.

Ich hab auf der Toilette ganze Konzerte gepupst, sehr zum Spaß unserer Zimmernachbarn vom Nachbarzimmer, mit denen wir unsere Toilette teilten.

 

Donnerstag, 16.09.2010

 

Die Nächte waren wirklich kein Spaß und wurden von Tag zu Tag unangenehmer. Ich bin ein Seitenschläfer und konnte wegen meiner Probleme leider nur auf dem Rücken schlafen. Ich wurde ständig wach und hatte dann große Probleme mit dem einschlafen.

 

Der Donnerstag begann sonst ganz gut. Mein Doc kam wie jeden Tag morgens zu mir und nachdem ich ihm sagte, dass ich immer noch so schlapp sei, sagte er, dass ich ab sofort klare Brühen und Trinknahrung haben dürfe. Was eine Freude. Meine erste klare Brühe habe ich wirklich genossen und schnell gemerkt, wie gut sie mir tut.

Diese Trinknahrung dagegen, was soll ich sagen? Wer sie kennt, weiß, was ich meine. Meine war dummerweise nicht, wie schon drauf steht, gekühlt. Es war Vanille, anfangs schmeckte es wie Vanillepudding, aber dann kommt der Nachgeschmack und ich kann nur sagen, nein Danke. Echt ungenießbar, ich hab dann lieber weiter klare Brühe getrunken.

 

Im Laufe des Vormittags kam dann mein bester Freund, einer der wenigen, die mich besuchen durften. Mir war sonst noch nicht nach Besuch. Das tat gut, mit ihm kann ich immer so wunderbar lachen. Als dann auch noch mein Schatz da war, war es richtig lustig und ich vergaß immer mal meine Schmerzen.

 

Abends beschloss ich dann, mir doch mal was zum schlafen geben zu lassen und so war die Nacht etwas besser, auch wenn ich mittlerweile jede Nacht um 1 und um 4 Uhr wach wurde, immer kurz bevor der Nachtdienst ins Zimmer kam. Das war die einzige Nacht, in der Maria (Namen von der Redaktion geändert) und ich alleine im Zimmer waren. Und mit Ohropax konnte ich auch trotz ihres Schnarchens schlafen.

 

Freitag, 17.09.2010

 

Freitags hatte ich dann vormittags die Ernährungsberatung. Ich nutzte die Möglichkeit natürlich, um viele Fragen zu stellen. Es ist wirklich gut, dass das so angeboten wird.

 

Als die Ernährungsberaterin sich verabschiedete, hörte ich, wie sie draußen mit jemand sprach und ich konnte schnell erkennen, dass draußen die andere Patientin sein musste, die auch eine AC-OP hatte. Ich hatte nämlich mal gefragt und man sagte mir nur, da wäre noch jemand.

Als die Ernährungsberaterin dann ging, ging ich einfach mal aus dem Zimmer und sprach die andere Patientin an. So lustig, sie hatte den Magenschlauch bekommen und es war auch noch die, die meinen Termin bekommen hatte.

 

Zur Erklärung, eigentlich hatte ich den 15.9. als Termin und wurde 2 Wochen vorher gefragt, ob ich den 13.9. nehmen könnte, dann könne eine andere meinen haben, weil man bei ihr noch auf ein Untersuchungsergebnis warten müsse. Klar hab ich das gemacht.

 

Wir verstanden uns auf Anhieb und waren beide froh, noch jemand zu haben, der das gleiche erlebte. Wir fanden es zwar schade, dass wir nicht auf einem Zimmer lagen, aber im Nachhinein war das gar nicht so schlecht, weil wir so zwischen unseren Zimmern hin und her pendelten und so in Bewegung kamen.

 

Abends kam dann noch eine sehr liebe Freundin und das tat mir unglaublich gut. Sie brachte mir einen süßen kleinen Rosenstrauß mit. Kurz nachdem sie da war, bekam ich ein Ekzem im Gesicht. Meine Wangen waren knallrot und es bildeten sich erste Pusteln. Ich dachte mir erst nichts dabei, so was passiert schon mal, weil ich eine sehr empfindliche Haut habe. Erst zwei Tage später kam ich auf die Idee, dass an dem Ekzem nicht die Novalmin-Tropfen schuld sind, sondern eben dieser Rosenstrauß. Nachdem ich ihn auf den Gemeinschaftstisch am anderen Ende des Zimmer verbannt hatte und vor allem, als ich dann nachher zu Hause war, wurde das Ekzem dann auch langsam besser. Ich sah wirklich lustig aus. Von weitem konnte man denken, ich habe eine gesunde Gesichtsfarbe, aber von nahem war es dann nicht mehr so „gesund“.

 

Samstag, 18.09.2010

 

Highlight war auf jeden Fall die Umstellung auf gebundene Suppen und Joghurt. Beide vertrug ich gut und es tat auch wirklich gut.

 

Die Schmerzen durch das Hämatom wurden und wurden nicht wirklich besser und langsam machte es mich wirklich mürbe. Ich konnte nur schlecht gehen und sitzen auch nur kurze Zeit. Fast jede Bewegung war schmerzhaft. Ich war wirklich genervt und ärgerte mich. Warum musste das mir passieren? Alles lief so gut, und dann musste mir so ein doofes Ding die Mobilisation versauen.

Mein Doc hätte mich Samstags schon nach Hause gelassen, wären diese Schmerzen nicht gewesen. Ich hatte auf gut deutsch „die Schnauze voll“.

 

Abends dann kam endlich die lang ersehnte Wende, die Schmerzen ließen plötzlich langsam nach. Sie waren nicht ganz weg, aber längst nicht so stark und ich fühlte mich das erste Mal seit Tagen besser.

 

Bevor ich es vergesse, muss ich noch über Maria schreiben. Wir lagen eine Woche zusammen und wie ich anfangs schon schrieb, ist sie mir sehr ans Herz gewachsen. Ich hab irgendwann angefangen, auch mal nach ihr zu gucken. Sie war schon dement und wusste oft nicht, wo sie war und warum, aber wenn man mit ihr liebevoll sprach, konnte sie so süß und lustig sein. Ihr Lachen hat mir oft die Laune verbessert und wir hatten soviel Spaß.

Sprach man sie auf ihre Herkunft an, begann sie zu erzählen und ich liebe es, wenn alte Menschen ihre Geschichten erzählen.

Wir wuchsen richtig zusammen, ich kann sagen, ich hab fast Enkel-Gefühle für sie entwickelt.

In manchen Momenten fehlt sie mir sogar, dann muss ich an sie denken. Ich hoffe, ihr geht es gut, in dem Pflegeheim, in dem sie lebt. Ich werde sie auf jeden Fall mal besuchen fahren.

 

Sonntag, 19.09.2010

 

Die Schmerzen hielten sich auch weiterhin in Grenzen und ich lief mit meiner AC-Kollegin ein bisschen durch das Haus. Ich fühlte mich mit weniger Schmerzen viel besser.

Ich durfte endlich das erste Mal wieder duschen. Herrlich, da fühlt man sich ja wie neu geboren.

Der Montag konnte kommen.

 

Montag, 20.09.2010

 

Endlich war er gekommen, der Tag der Entlassung. Ich konnte es kaum erwarten. Um mich herum wurden Leute entlassen und ich wartete noch auf den Entlassungsbrief. Ich packte meine Sachen und war schließlich startklar...und immer noch nichts.

Schließlich ging ich nachfragen und mein Brief war natürlich nicht auffindbar. Zusätzlich war kein Arzt auf Station. War ja klar, dass so was wieder mir passieren musste.

Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, ich wollte doch wirklich nur noch nach Hause. Als ich endlich einen Arzt erblickte, sprach ich ihn sofort an und er versprach sich zu kümmern.

Nach einer weiteren Stunde schließlich hielt ich den Brief endlich in Händen. Es konnte endlich nach Hause gehen.

 

Fazit:

 

Ich hab mich von der ersten Minute an im Krankenhaus wohl und gut aufgehoben gefühlt, das heißt sowohl bei den Ärzten, als auch auf der Intensivstation und auf der Station B1. Nicht nur die Betreuung und Pflege standen im Vordergrund, es war immer Zeit für ein liebes und aufmunterndes Wort.

Besonders toll fand ich, dass mein Doc mind. 2 mal täglich vorbei kam, meist morgens uns abends. An den beiden Tagen, wo ich so starke Schmerzen hatte, war er sogar öfter da. Auch die anderen Chirurgen haben sich um uns bemüht, wenn etwas war, wurde es sofort weitergegeben und sich gekümmert.

 

Ich kann dieses Krankenhaus und das Team der Adipositas-Chirurgie sehr empfehlen. Wer mehr Informationen haben möchte, schreibt mich hier einfach mit E-mail-Adresse über Kontakt an, ich antworte auf jeden Fall. Ich lasse meinen Blog so anonym, ohne Namen und Ortsangaben, weil ich kein gläserner Internetbenutzer sein möchte. Aber ich gebe Informationen über das Krankenhaus und meinen Doc gerne weiter.

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