Mein Weg in ein neues, schlankes und gesundes Leben.
Um 10 Uhr wurden mir dieses sexy OP-Hemd und die LMAA-Tropfen gebracht. Ich hab mich dann aus- bzw umgezogen und ins Bett gelegt. Komischerweise war ich ganz ruhig. Ich war einfach froh, dass es endlich los ging.
Ich wurde dann in den Aufwachraum beim OP gebracht, wo ich noch die Akupunktur bekommen sollte. Ich hatte so einen schrecklichen Geschmack im Mund von den LMAA-Tropfen.
Bevor dann die nette Anästhesistin kam, bin ich doch glatt eingeschlafen. Als sie mich weckte, hab ich sie total erschrocken angesehen. Sie hat mir dann an den Handgelenken die Akupunkturnadeln gesetzt und Nux Vomica Globulis gegeben. Dadurch hatte ich wenigstens auch ein bisschen den blöden Geschmack weg.
Es war komischerweise nicht die Anästhesistin, mit der ich die Vorgespräche geführt hatte und ich war ein bisschen traurig darüber, weil ich sie sehr mag. Aber schnell merkte ich, dass auch diese Ärztin sehr sehr nett war und schon war die Traurigkeit verflogen. Erst einen Tag später erfuhr ich von der Anästhesistin, die ich eigentlich erwartet hatte, dass dass eine der beiden Chefärzte war und das sie mich unbedingt selber „machen“ wollte. Im Nachhinein fand ich es okay, wie es war, wie ich später noch beschreibe, hat sie mich sanft ins Reich der Träume geschickt und das war schließlich wichtig.
Ganz blöd war, dass ich, obwohl ich natürlich auf Station noch mal für kleine Mädels war, plötzlich, ich denke vor Aufregung, ziemlich musste. Aber es gab nur diese furchtbaren Bettpfannen und da kann ich eh nicht. Also tröstete ich mich damit, dass es ja bald los ging und mit dem Wissen, dann einen Blasenkatheder zu bekommen.
Als die 20 Minuten der Akupunktur um waren, wurden die Nadeln wieder entfernt und mir wurde schon mal der Zugang gelegt. Das ging erstaunlich gut. Dann wurde ich gefragt, ob ich auch zu Fuß zum OP-Saal gehen könnte, dann könnten wir uns das Umbetten sparen. Klar ging das, war mir auch lieber. Ich bekam dann diese grünen Op-Schuhe und einen Kittel als Mantel umgehängt. Sah sicher lustig aus, vor allem, da ich wegen der Tropfen vorher ja schon ein bisschen schummrig war, hatte ich links ne Schwester und rechts die Anästhesistin.
Im OP-Saal sah ich dann diesen tollen OP-Tisch, den ich mal bei einem Zeitungsartikel gesehen hatte. Ich kletterte dann irgendwie da drauf und dann ging es auch schon los. Ich wurde festgeschnallt und konnte den OP-Pflegern bei den Vorbereitungen zu sehen.
Schließlich begann dann die nette Anästhesistin mit ihren Vorbereitungen. Ich bekam diese schreckliche Maske auf und sie begann mich zu fragen, wovon ich den träumen wollte. Mir fiel spontan nichts ein, also schlug sie mir meinen nächsten Urlaub vor. Dann meinte sie, da könne ich dann ja schon einen Bikini tragen und fragte, welche Farbe. Ich merkte langsam die Wirkung und murmelte noch blau, dann begann schon alles zu verschwimmen.
Was ich aber noch weiß, dass sie mir sanft über die Wange strich, was mich ruhig einschlafen ließ.
Mein letzter Blick auf die Uhr hatte vorher 11:40 gezeigt.
4 Stunden später, 15:40 wurde ich dann langsam wieder wach und befand mich schon auf der Intensivstation. Die Schwester meinte, ich würde schon sehnsüchtig erwartet, sie erklärte mir die Schmerzpumpe und dass ich schlückchenweise Wasser trinken könne. Sie zogen mir noch den Blasenkatheder, was mich ziemlich wunderte.
Dann kamen mein Schatz und meine Eltern rein und ich hab mich richtig gefreut, sie zu sehen.
Ich war noch nicht so richtig wach, aber meine Mutter meinte am nächsten Tag, ich wäre total süß gewesen.
Ich hab die drei immer wieder zu mir gewunken und wollte Küßchen auf die Wange von ihnen. Am liebsten hätte ich sie wohl alle drei zu mir zum kuscheln ins Bett geholt.
Mein Schatz hat eine ziemliche Spritzen-Phobie und hasst alles, was mit Spritzen und Infusionen etc. zu tun hat. Daher ist eine Intensivstation natürlich der ideale Ort für ihn.
Ich hab ihn dann wohl immer wieder gefragt „Schatz, geht es Dir gut?“
Auch lustig war, das meine Mutter mir eine neue Fließjacke mitbrachte und sie mir zeigte, türkis und super kuschelig. Am nächsten Tag telefonierte ich mit ihr und erzählte, ich hätte geträumt, sie habe mir eine neue Jacke geschenkt.
Ich war also echt noch nicht wach.
Die Zeit auf der Intensivstation hab ich vor allem mit schlafen verbracht. Aber ich wurde schon sehr viel wach. Vor allem in der Nacht stündlich, aber nicht, weil es da zu laut war, ich fand es für eine Intensivstation sehr ruhig. Keine Ahnung, vielleicht auch weil ich schon da starke Schmerzen an meiner größten Naht hatte. Ich trank dann immer einen kleinen Schluck, weil mein Mund so trocken war und betätigte meine Schmerzpumpe, was ich laut der lieben Schwester, die mich betreute machen sollte, dann schlief ich wieder ein.
Nachts hatte ich auch die berühmten Schmerzen in der Schulter, die ja von dem hochsteigenden Gas kommen, die bei der OP den Bauch aufblasen.
Dienstag, 14.9.2010
Am nächsten Morgen sollte ich dann zum waschen an die Bettkante gesetzt werden, und da ich natürlich so schnell wie möglich wieder fit werden wollte, stimmte ich dem zu. Aber so gut ging es mir dann doch nicht. Mir wurde ziemlich schwindelig und ich bekam kalte Schweißausbrüche. Schnell wurde ich wieder hingelegt und der Rest übernahm dann die liebe Schwester.
Gleiches passierte dann auch, als mir etwas gespritzt wurde, weil ich noch nicht für kleine Mädels war und als ich dann schließlich auf dem Toilettenstuhl saß, merkte ich, dass mein Kreislauf wieder stark absackte. So gerade schaffte ich es wieder ins Bett. So ein doofes Gefühl.
Beim zweiten Mal auf dem Toilettenstuhl ging es dann zum Glück besser.
Leider hatte ich da schon diese starken Schmerzen neben der großen Naht, aber zu dem Zeitpunkt waren Schmerzen ja noch normal.
Dann kam die große Blutabnahme-Orgie. Mir sollte noch einmal Blut abgenommen werden, und so bald die Ergebnisse da wären, sollte ich dann auf die Normal-Station.
Erst versuchte es die Schwester und nachdem sie scheiterte, schickte sie dann jemand anders. Ich weiß nicht mehr genau, wer, aber derjenige hatte auch keinen Erfolg, auch nicht nach mehreren Versuchen. Schließlich versuchte es eine sehr nette Ärztin und auch sie brauchte mehrere Versuche, bis es dann schließlich lief. Sie entschuldigte sich mehrfach, aber durch die Schmerzmitteldröhnung spürte ich eh kaum etwas und das beruhigte sie dann ein wenig.
Schließlich kam dann auch mein Schatz wieder und um 16 Uhr wurde ich dann in seiner Begleitung zurück auf B1 gebracht, zurück in mein Zimmer 111.