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Mein Weg in ein neues, schlankes und gesundes Leben.

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Montag, der 27.09.2010 - nach 2 Wochen

Heute vor 2 Wochen wurde ich jetzt gerade operiert. Irgendwie seltsam, dass es erst und auch schon 2 Wochen her ist. Ich muss mir das wirklich immer mal ins Gedächtnis rufen. Ich hatte vor gerade mal 2 Wochen eine schwere Magen-OP. Und dafür geht es mir wirklich gut. Auch wenn mein Kreislauf noch nicht so will, ich bin auf den Beinen und meine Schmerzen halten sich auch in Grenzen.

 

Aber eins muss ich zugeben. Es ist gut, dass ich vorher nicht wusste, wie die erste Zeit nach der OP sein würde. Ich glaube, dann hätte ich es nicht machen lassen. Aber bitte nicht falsch verstehen, ich bin froh, dass ich es gemacht habe und daher auch froh, dass ich das alles nicht wusste.

Ein großes Glück ist, dass ich noch kein Hungergefühl und keinen Appetit habe. Daher fällt es mir nicht schwer zu verzichten und auch anderen bei ihren normalen Mahlzeiten zu zu gucken.

Selbst sonst verführerische Düfte sprechen mich nicht an.

 

Der einzige, der mir die Zeit erschwert ist Egon, mein innerer Schweinhund. Er ärgert mich schon, seit ich noch im Krankenhaus war. Da fiel ihm plötzlich ein, was ich alles erst mal für lange Zeit nicht mehr essen kann, Chips zum Beispiel. Oder er flüstert mir dauernd „Schwarzbrot mit Käse“ ins Ohr. Ich habe seit 1,5 Wochen Lust auf ein Schwarzbrot mit Käse. Ist das nicht bescheuert?

Und diese Lust kommt wirklich nur von meinem Kopf.

 

Eine andere Sache ist, dass mir immer mehr bewusst wird, das Essen eine unglaublich große Rolle in meinem Leben gespielt hat. Erst jetzt merke ich, dass meine Mahlzeiten oft ein Highlight meiner Tage war. Und dass mir jetzt diese Highlights total fehlen. Wie oft gingen wir einkaufen oder mein Schatz brachte mir irgendwas leckeres mit. Zum Beispiel so richtig leckere geräucherte Salami. Die aß ich dann irgendwann genüsslich, es war eines dieser Highlights.

Ich war mir nie bewusst, wie sehr ich das Essen genossen habe. Gut ist, dass ich schon seit Januar angefangen habe, auf verschiedenes zu verzichten. Aber leider schweifen meine Gedanken (oder ist es Egon) immer wieder zu diesen Dingen, die ich lange oder nie mehr werde essen können. Und irgendwie erschreckt mich das.

 

Ich kann wirklich ganz klar sagen, was ich im Grunde ja auch vorher schon wusste. Diese OP ist nur der Anfang und der ganze Prozess ist kein Spaziergang. Die Chirurgen können uns den Magen operieren, aber den Kopf nicht, und das ist dann unsere Aufgabe. Wie sagte eine der Chirurgen zu mir? Wir operieren sie, damit Essen seine Vormachtsstellung in ihrem Leben verliert. Doch dahin ist es ein weiter, weiter Weg.

 

Natürlich weiß ich, mit schwindenden Pfunden, erhöht sich meine Lebensqualität und damit werden immer mehr andere Dinge in meinem Leben wichtig. Außerdem möchte ich bald endlich wieder arbeiten gehen, spätestens dann werde ich gar nicht mehr die Zeit haben, nur noch über Essen nachzudenken. Aber jetzt im Moment, 2 Wochen nach der OP, ist es leider allgegenwärtig in meinem Kopf. Selbst wenn ich Egon immer wieder sage „Egon, halte endlich deine Klappe!“

Ich weiß aber auch, dass ich es schaffen kann und schaffen werde. Immerhin hab ich schon sooooviel geschafft, oder?

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